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Leguanarten im Überblick: Arten, Gruppen & Bestimmung

Nashornleguan (Cyclura cornuta)

Der Nashornleguan (Cyclura cornuta) ist ein kräftiger, bis zu 1,2 Meter langer Leguan von Hispaniola, benannt nach den hornartigen Höckern auf der Schnauze der Männchen. Er wird sehr alt, ist streng geschützt (CITES Anhang I) und gehört ausschließlich in die Hände erfahrener, sachkundiger Halter.
NashornleguanCyclura cornuta
Familie
Leguane (Iguanidae)
Herkunft
Hispaniola (Haiti, Dom. Rep.)
Größe
bis ca. 1,2 m
Lebenserwartung
20–40 Jahre
Ernährung
überwiegend pflanzlich
Schwierigkeit
★★★ nur für Profis
Schutzstatus
CITES Anhang I / EU-A

Wer einen Nashornleguan sieht, vergisst ihn nicht so schnell: Mit seinem massigen, grau-braunen Körper, dem stachelbewehrten Rückenkamm und den namensgebenden Hörnern wirkt er wie ein Relikt der Urzeit. In der Terraristik ist er deutlich seltener als der Grüne Leguan – und mindestens ebenso anspruchsvoll.

Wie sieht der Nashornleguan aus?

Charakteristisch sind die drei verhornten Höcker auf der Schnauze, die bei ausgewachsenen Männchen am deutlichsten ausgeprägt sind. Die Färbung reicht von Grau über Olivbraun bis fast Schwarz und passt sich gut an felsiges Gelände an. Männchen werden größer und massiger als Weibchen und tragen einen ausgeprägten Nackenkamm sowie große Backenschuppen. Der kräftige Schwanz dient als Waffe und Balancierhilfe.

Wo lebt der Nashornleguan?

Die Art stammt von der Karibikinsel Hispaniola, die sich Haiti und die Dominikanische Republik teilen, sowie von einigen vorgelagerten Inseln. Dort bewohnt der Nashornleguan trockene, felsige Küsten- und Buschlandschaften. Er ist ein tagaktiver Bodenbewohner, gräbt Höhlen und sonnt sich ausgiebig – ein wichtiger Hinweis für die Haltung.

Wie wird der Nashornleguan gehalten?

Aufgrund seiner Endgröße braucht ein adultes Tier ein sehr großes, stabiles Terrarium oder ein beheiztes Zimmergehege mit robuster Einrichtung, Grabsubstrat und Sonnenplätzen. Wie alle Leguane benötigt er starkes UV-B-Licht und einen Wärmespot von über 40 °C, dazu eine trockenere Umgebung als der Grüne Leguan. Die Grundlagen zu Gehege und Technik findest du im Überblick Terrarium für Leguane.

Nashornleguane sind Einzelgänger und ausgeprägt territorial. Zwei Männchen vertragen sich nicht und verletzen sich bei gemeinsamer Haltung mitunter schwer; auch eine Paarhaltung gelingt nur in ausreichend großen Gehegen mit Ausweichmöglichkeiten und unter erfahrener Beobachtung. Für die meisten Halter ist die Einzelhaltung der sicherste Weg.

Gut zu wissen – Nashornleguane können kräftig zubeißen und mit dem Schwanz schlagen. Sie lassen sich zwar an Menschen gewöhnen, bleiben aber Wildtiere mit Respektabstand – nichts für Familien mit kleinen Kindern.

Was frisst der Nashornleguan?

Der Nashornleguan ernährt sich überwiegend pflanzlich: Blätter, Blüten, Triebe und Früchte bilden die Basis. In der Natur nimmt er gelegentlich auch tierische Kost auf, im Terrarium sollte die Ernährung aber klar pflanzlich bleiben, ergänzt um Calcium und Vitamin D3 zur Vorbeugung von Knochenerkrankungen. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Pflanzenkost ist entscheidend für ein langes Leguanleben – die Details gelten artübergreifend und stehen im Ratgeber Ernährung von Leguanen.

Welche Schutz- und Rechtsvorschriften gelten?

Der Nashornleguan steht auf CITES Anhang I (in der EU Anhang A) – er ist in der Natur gefährdet, und Handel wie Haltung sind streng reglementiert. Für die Haltung sind eine lückenlose Herkunftsdokumentation (Cites-/EU-Bescheinigung), eine Meldung bei der zuständigen Naturschutzbehörde und in der Regel eine Vermarktungsgenehmigung erforderlich. Kaufe ausschließlich dokumentierte Nachzuchten – niemals Wildfänge. Was vor der Anschaffung eines Leguans grundsätzlich zu klären ist, steht im Ratgeber Leguan-Haltung.

Nashornleguan oder Grüner Leguan?

Beide Arten werden groß, alt und ernähren sich pflanzlich – doch im Detail unterscheiden sie sich deutlich. Der Grüne Leguan ist ein Baumbewohner, der klettert und Höhe braucht; er ist in der Terraristik weit verbreitet und unterliegt einem milderen Schutzstatus. Der Nashornleguan dagegen ist ein bodenbewohnender Felsbewohner aus trockenerem Lebensraum, kräftiger gebaut, seltener und durch CITES Anhang I streng geschützt. Wer ein imposantes, robustes Tier sucht und die rechtlichen Hürden stemmen kann, findet im Nashornleguan einen beeindruckenden Pflegling – für die meisten Halter ist der Grüne Leguan jedoch die naheliegendere (und dennoch anspruchsvolle) Wahl.

Für wen ist der Nashornleguan geeignet?

Ehrlich: nur für erfahrene Halter mit Platz, Sachkunde und langem Atem. Die Kombination aus Endgröße, Kraft, 20 bis 40 Jahren Lebenserwartung und strengem Schutzstatus macht ihn zu einem Pflegling für Spezialisten – nicht für Einsteiger. Wer fasziniert ist, aber neu in der Terraristik, startet besser mit einer weniger anspruchsvollen Art aus unserer Artenübersicht. Fachlich fundierte Informationen bietet auch die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT).

Häufige Fragen zum Nashornleguan

Wie groß und wie alt wird ein Nashornleguan?

Er erreicht bis zu rund 1,2 Meter Gesamtlänge und kann 20 bis 40 Jahre alt werden – in menschlicher Obhut eher am oberen Ende. Das ist eine Verpflichtung über Jahrzehnte.

Darf man einen Nashornleguan einfach kaufen und halten?

Nicht ohne Weiteres. Als CITES-Anhang-I-Art (EU-Anhang A) braucht es eine Herkunftsdokumentation, eine Meldung bei der Naturschutzbehörde und meist eine Genehmigung. Nur dokumentierte Nachzuchten, keine Wildfänge.

Ist der Nashornleguan ein Anfängertier?

Nein. Größe, Kraft, Platzbedarf und der strenge Schutzstatus machen ihn zu einer Art ausschließlich für erfahrene, sachkundige Halter.