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Leguanarten im Überblick: Arten, Gruppen & Bestimmung

Rotkehlanolis (Anolis carolinensis): Steckbrief & Haltung

Der Rotkehlanolis (Anolis carolinensis) ist eine kleine, kompakte Echse aus dem Südosten der USA. Die rote Kehlfahne der Männchen dient der Kommunikation. Als pflegeleichtere, in Gruppen haltbare Art gilt er als vergleichsweise einsteigerfreundlich – bei richtiger Technik.
RotkehlanolisAnolis carolinensis
Familie
Leguanartige / Anolis (Dactyloidae)
Herkunft
Südosten der USA (von den Carolinas bis Florida und Texas)
Größe
bis ~20 cm Gesamtlänge, Kopf-Rumpf-Länge nur ~6 cm
Lebenserwartung
etwa 4–8 Jahre bei guter Pflege
Ernährung
insektenfressend: kleine Heimchen, Fliegen, Grillen u. a.
Schwierigkeit
einsteigerfreundlich, aber mit klaren Ansprüchen
Schutzstatus
nicht gefährdet (IUCN: Least Concern), Nachzuchten bevorzugen

Ist der Rotkehlanolis ein Anfängertier?

Der Rotkehlanolis gilt als vergleichsweise einsteigerfreundlich, weil er klein bleibt, sich gut beobachten lässt und in einem überschaubaren, gut bepflanzten Terrarium gehalten werden kann. Trotzdem stellt er klare Ansprüche an Beleuchtung, UV-Versorgung, Luftfeuchtigkeit und Futter. „Einsteigerfreundlich“ heißt also nicht „anspruchslos“: Wer die Grundlagen sauber umsetzt, findet im Rotkehlanolis aber eine lohnende, lebhafte Art für den Einstieg in die Terraristik. Eine Übersicht weiterer Arten und ihrer Ansprüche bietet unser Artenüberblick.

Wie groß wird der Rotkehlanolis?

Mit einer Gesamtlänge von maximal etwa 20 Zentimetern bleibt der Rotkehlanolis sehr klein; ein Großteil davon entfällt auf den langen Schwanz, denn die reine Kopf-Rumpf-Länge beträgt nur rund sechs Zentimeter. Weibchen bleiben in der Regel etwas kleiner als Männchen. Die Tiere können ihre Färbung wechseln und changieren je nach Stimmung, Temperatur und Untergrund zwischen leuchtendem Grün und Braun – weshalb sie im Englischen mitunter fälschlich als „American chameleon“ bezeichnet werden, obwohl sie mit echten Chamäleons nicht verwandt sind.

Wozu dient die rote Kehlfahne?

Die namensgebende rote Kehlfahne (das sogenannte Dewlap) ist vor allem bei Männchen ausgeprägt; Weibchen besitzen sie ebenfalls, jedoch deutlich kleiner. Sie dient der Kommunikation: Mit ruckartigem Ausklappen der Fahne, kombiniert mit charakteristischem Kopfnicken und Liegestütz-artigen Bewegungen, balzen die Männchen um Weibchen und drohen Rivalen. Dieses auffällige Imponierverhalten lässt sich im Terrarium gut beobachten und macht die Art für viele Halter besonders reizvoll. Es zeigt aber auch, wie wichtig ausreichend Platz und Sichtbarrieren sind, damit unterlegene Tiere nicht ständig unter Stress stehen.

Tierwohl-Hinweis: Der Rotkehlanolis ist eine quirlige, fluchtbereite Art, die nicht für häufiges Handling geeignet ist – beobachten statt anfassen lautet die Devise. Ein gut bepflanztes, strukturiertes Terrarium mit vielen Kletter- und Versteckmöglichkeiten ist die Grundlage für stressarme, gesunde Tiere. Erwerben Sie ausschließlich Nachzuchten.

Kann man Rotkehlanolis in der Gruppe halten?

Ja, Rotkehlanolis eignen sich gut für die Gruppenhaltung – allerdings in der richtigen Zusammensetzung. Bewährt hat sich ein Männchen mit mehreren Weibchen, etwa eine Gruppe aus einem Männchen und drei bis fünf Weibchen, da sich so der Stress besser verteilt und die nahezu dauerhafte Paarungsbereitschaft des Männchens auf mehrere Tiere aufteilt. Zwei erwachsene Männchen sollten dagegen nicht zusammen gehalten werden, weil sie heftig um Reviere konkurrieren. Entscheidend ist ein ausreichend großes, dicht bepflanztes Terrarium mit vielen Sichtbarrieren, damit jedes Tier eigene Rückzugs- und Sonnenplätze findet.

Wo lebt der Rotkehlanolis?

Anolis carolinensis stammt aus dem Südosten der USA und ist dort von den Carolinas über Florida bis nach Texas verbreitet; eingeschleppt kommt er heute auch in anderen warmen Regionen der Welt vor. Sein natürlicher Lebensraum sind Wälder, Gebüsche, Hecken und Gärten, in denen er als geschickter Kletterer einen Großteil seines Lebens in der Vegetation verbringt. Mit den Haftlamellen an den Zehen klettert er mühelos an glatten Blättern, Ästen und sogar Hauswänden. Tagsüber jagt er kleine Insekten und sonnt sich an exponierten Stellen, nachts ruht er meist auf Blättern oder dünnen Zweigen, wo ihn die helle Unterseite und sein leichtes Gewicht vor manchem Räuber schützen. Diese baumbewohnende, sonnenliebende Lebensweise sollte das Terrarium möglichst genau nachbilden: hoch, grün und mit vielen Kletterstrukturen. Wer die unterschiedlichen Lebensräume von Leguanartigen vergleichen möchte, findet im Artenüberblick weitere Beispiele.

Wie wird der Rotkehlanolis gehalten?

Rotkehlanolis brauchen ein eher hohes, gut bepflanztes Terrarium mit vielen Kletterästen und Blattwerk. Für eine kleine Gruppe gelten Maße ab etwa 80 × 50 × 100 Zentimetern (Breite × Tiefe × Höhe) als sinnvoll. Wichtig sind eine kräftige Beleuchtung mit UVB-Anteil, ein wärmerer Sonnenplatz und ein deutliches Temperaturgefälle im Becken sowie eine Nachtabsenkung. Die Luftfeuchtigkeit wird durch regelmäßiges Sprühen hochgehalten; viele Tiere trinken bevorzugt Wassertropfen von den Blättern. Gefüttert werden passend kleine Insekten, die regelmäßig mit Vitaminen und Mineralien bestäubt werden. Technische Grundlagen liefern unsere Seiten Beleuchtung & UV und Ernährung.

Wie viele Rotkehlanolis hält man zusammen?

Bewährt ist eine Gruppe aus einem Männchen und mehreren Weibchen, etwa eins zu drei bis fünf. Zwei erwachsene Männchen sollten wegen Revierkämpfen nicht zusammen gehalten werden.

Ist der Rotkehlanolis ein gutes Anfängertier?

Er gilt als vergleichsweise einsteigerfreundlich, stellt aber klare Ansprüche an Licht, UV, Luftfeuchtigkeit und Futter. Anspruchslos ist er nicht.

Kann man den Rotkehlanolis auf die Hand nehmen?

Besser nicht. Die Art ist schnell und fluchtbereit und sollte vor allem beobachtet werden. Häufiges Handling bedeutet Stress für die Tiere.

Weiterführende fachliche Informationen bietet das The Reptile Database.